Gärtnerhof GmbH - Galabau Berlin, Experten für Gartenbau, Gartenpflege, Baumpflege und Gartenplanung

präsentiert am
7. + 8. September 2019
9 bis 18 Uhr
den Berliner Staudenmarkt
im Botanischen Garten
Berlin-Dahlem

Nächste Termine:
7. + 8. September 2019
4. + 5. April 2020
 
Eintrittspreise wie Botanischer Garten

Botanischer Garten Berlin - Dahlem arteFakt Bio Company Märkisches Landbrot Baumschulen Ewald Fischer ROOM & GARDEN Rheinsberger Preussenquelle BUND Berlin taz - die tageszeitung

Unterstützer:

Pflanzwerk Pflanzkübel & Gartenbedarf

Blüten ohne Plastiktüten
 

 

20 Jahre Berliner Staudenmarkt im Botanischen Garten

Interview mit Manfred Schmidt, Geschäftsführer des Gärtnerhofs

1999 war das Geburtsjahr für den Berliner Staudenmarkt im Botanischen Garten. Viele Gäste und Aussteller schwärmen, es sei der bis heute schönste Pflanzenmarkt Europas. Anlässlich des Jubiläums ließ der Geschäftsführer der veranstaltenden Gärtnerhof GmbH, Manfred Schmidt, die Geschichte Revue passieren.

Der Gärtenhof ist ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb. Aus welchem Grund veranstalten Sie den Berliner Staudenmarkt?

Manfred Schmidt: Für uns sind Pflanzen pure Leidenschaft und der Markt eine Herzensangelegenheit. Und wir mögen keine „Pflanzen von der Stange”, aus dem Großhandel, professionelle Zwischenhändler, keine Bier- oder Fressmeilen. Daher haben wir uns unseren Lieblingsmarkt selber gestrickt. Wir wollten mit den Gärtnereien, die wir richtig gut finden, ein Fest der Pflanzen und des Gartens veranstalten und diese Freude mit Gartenliebhabern und unseren Kunden teilen.

Was ist das Besondere an der Marktatmosphäre?

Schmidt: Wir gucken für jeden Markt aufs Neue nach außergewöhnlichen Gärtnereien, die sich auf eine Pflanzenart spezialisiert haben und beste Qualität bieten: Stauden, Kräuter, Blühzwiebeln, Obst- und Ziergehölze, alte Sorten, Raritäten aber natürlich auch Dauerbrennerstauden. Und dabei sollen die Pflanzenliebhaber den Plausch mit dem Pflanzenerzeuger, den Gärtnereien, den Naturschutz- sowie Pflanzenvereinen genießen und schön dekorierte Stände sehen. Und da Pflanzen alleine noch keinen Garten machen, sind auch gärtnerische Hilfsgeräte, handwerklich gefertigte Accessoires und einige regionale Gartenmöbel im Angebot. Und natürlich versüßen Leckereien und GartendelikatESSEN den Besuchern ein Marktpäuschen.

Warum ist es dem Staudenmarkt-Team so wichtig, eine Pflanze in Bioqualität und/oder aus naturnaher Freilandkultur anzubieten?

Schmidt: Ganz einfach: Wir wollen mit der Natur leben, also ohne Pestizide und ohne Zusätze von Torf in der Erde. Aber dafür werden wir auch belohnt, denn jede Staude, die schon im Freiland aufwuchs, übersteht auch den nächsten Winter beim Kunden. Und alle sollen und wollen möglichst lange Freude an ihrer Staude haben! Deshalb beraten auch alle Gärtner zur richtigen Pflege. Und die Ernte aus diesem Bio-Anbau ist ja nicht nur gesünder, sie schmeckt auch viel besser!

Beim Kampf gegen Plastiktüten und Plastiktöpfe ist der Berliner Staudenmarkt ein Trendsetter. Worauf müssen Gäste achten?

Schmidt: Wir bitten schon seit Jahren alle Marktbesucher und -besucherinnen, eigene Einkaufsbehältnisse mitzubringen. Denn gerade Gartenfreunde wissen, wie verheerend dieser Plastiktütenabfall für die Landschaften, die Natur ist! Was uns wirklich freut, wie gut das angenommen wird. So viele Bollerwagen, Einkaufswagen, zurechtgezimmerte Etagenwagen, aber auch alte Einkaufstüten aus irgendeinem Supermarkt – unsere Pflanzen sind diesbezüglich nicht wählerisch, denn: Blüten mögen Mehrwegtüten! Und jetzt gehen wir den to-go-Bechern an den Kragen …

Der Berliner Staudenmarkt ist ja mittlerweile Berliner Tradition. Wie fing es eigentlich an?

Schmidt: Der Vorläufer vom Berliner Staudenmarkt begann 1986. Wir machten unsere jährliche Mai-Eröffnung in unserer Gärtnerei zusammen mit der damaligen Bürgerinitiative „Rettet die Heiligenseer Felder” als Aktion gegen Atomkraft zum Reaktor-Unglück von Tschernobyl. Und daraus wurde dann ein kleiner, gemütlicher Pflanzenmarkt, der sich relativ schnell nach Maueröffnung professionalisierte.

Warum kam der Staudenmarkt dann in den Botanischen Garten?

Schmidt: Unser Pflanzenmarkt bekam einfach Platzprobleme, die Zufahrten zum angrenzenden Krankenhaus wurden blockiert. Wir wollten kein Ärger, aber den Markt auch nicht begraben. Durch persönlichen Kontakt zum Botanischen Garten Berlin wurde die Idee geboren, einen Markt hier zu veranstalten. Ohne Vision und riesiges Engagement auf beiden Seiten wäre das nicht gegangen. Auf Anhieb gelang es 1999 beim ersten Berliner Staudenmarkt 6000 Besucher anzulocken, ein Super-Erfolg. Und dabei war es noch im Vergleich zu heute ein kleiner Markt mit genau 29 Ständen, die nur in der Buchenallee zwischen Garteneingang am Botanischen Museum und den Gewächshäusern stattfand. Aus diesem ersten so erfolgreichen Staudenmarkt entwickelte maßgeblich unsere damalige Geschäftsführerin Vera Güls den Markt zu seiner heutigen Größe und Qualität. Nach wie vor ist der Botanische Garten mit seiner Pflanzenvielfalt genau der richtige Ort für den Staudenmarkt, wir sind wunderbar zusammengewachsen.

Das Gespräch führte Gesche Hohlstein
Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin