Magazin
Vielfarbige Göttin: die Schwertlilie
Schwertlilien gehören zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Zusammen mit der Madonnenlilie gelten sie als Wappen- und Glaubenssymbol durch alle Zeiten hindurch. Ihren botanischen Namen erhielt die Schwertlilie von der griechischen Götterbotin Iris, die über den Regenbogen geht, um ihre Nachrichten zu überbringen. Sie blüht in fast allen Farben des Regenbogens. Stolz und aufrecht im Wuchs mit außergewöhnlich schönen Blüten erinnert sie wahrhaft an eine Göttin.
Iris mit Bart
Den Namen Schwertlilie erhielt die Pflanze wegen ihrer schwertartigen, graugrünen Blätter. Irisarten haben entweder Knollen, Rhizome oder Zwiebeln. Die attraktiven Blüten bestehen aus drei stehenden inneren »Domblättern« und den äußeren Hängeblättern. Viele Schwertlilien gehören wegen der eigenartigen Behaarung auf den hängenden Blütenblättern zur Gruppe der Bartiris. Sie blühen je nach Sorte vom späten Frühling bis zum Hochsommer.
Schönheit am Teich
Anders ihre bartlosen Schwestern, wie die Sibirische Iris, die zu den Schönheiten am Teichufer gehören. Die in ihren Zuchtformen weiße (Titelbild), gelbliche und blauviolette filigrane Blüten tragende Sibirische Schwertlilie gehört in der freien Natur zu den Blütenpflanzen der Feuchtlebensräume. Durch intensive Bewirtschaftung und Entwässerung werden feuchte Streuwiesen und Teichufer seltener, aus diesem Grund ist diese Schwertlilienart stark gefährdet. Sie wurde deshalb auch zur »Blume des Jahres 2010« gewählt. Die Iris Sibirica sollte im Frühjahr gepflanzt werden.
Viele der Schönheiten aus der Gruppe der Bartlosen Iris wachsen auch auf normalen Gartenbeeten. Nur die Arten von Iris laevigata, versicolor, virginica, bis zu einem gewissen Umfang auch Iris ensata, lieben feuchte Standorte. Frühjahrsfeuchtigkeit mögen alle Arten. Jedoch lieben sie keine kalkhaltigen Böden, das gilt allenfalls für die Bartiris. Die Bartiris sollten spätestens Anfang September umgepflanzt werden - eher noch im August.
Bei Zahnweh
Der Herbst ist der günstigste Pflanzzeitraum für Iris, bevorzugt im September und Oktober. Dadurch können die Rhizome, Knollen oder Zwiebeln noch genügend neue Wurzeln treiben, um für den Winter gut gewappnet zu sein. Ihre Wurzeln haben viele ätherische Öle, die getrocknet einen angenehmen Veilchenduft verbreiten und vielfältige Heilwirkungen haben – so bekommen Babys traditionell beim Zahnen diese Veilchenwurzel.
Genaue Pflegehinweise erhalten Sie u.a. in dem Buch »Lilien im Aufwind« von Gerhard Steinbrück (siehe Bücher).
[Stefanie Klamm]



