Magazin
Kuhschelle
Auf wärmeliebenden Trockenrasen, Steppenheide und Kiefernwäldern ist sie eine der ersten frühblühenden Pflanzen. Die Gewöhnliche Kuhschelle kommt aus der Familie der Hahnenfussgewächse, ihr wissenschaftlicher Name lautet Pulsatilla vulgaris. Obwohl sie auch als Zierpflanze im Garten gezogen wird, gilt die Kuhschelle in Mitteleuropa als gefährdet und steht unter Naturschutz. Nur manchmal ist sie noch an trockenen, sonnigen Hängen anzutreffen.
Mit Federschweifen
Die Gewöhnliche Kuhschelle ist eine mehrjährige, krautige Pflanze. Von Mitte März bis Anfang Mai entfalten sich die blau- oder rotviolett gefärb ten, glockenförmigen Blüten mit ihren leuchtend gelben Staubgefässen. Am Anfang nickt die Blüte, später öffnet sie sich und zeigt nach oben. Blätter, Stiele und Blüten der Kuhschelle sind behaart. Sie ist ein Tiefwurzler und dringt über einen Meter ins Erdreich ein.
Während ihrer Blütezeit wird die Pflanze bis zu 15cm hoch, danach wächst der Stängel bis auf 40cm weiter. Die Blüte verwandelt sich zu einer Art Pusteblume mit vielen samentragenden Federschweifen. Als typische Trockenpflanze ist sie auf trockenem Rasen, in Wäldern und Gebüschen zu finden und braucht einen warmen, kalkhaltigen Boden. Die Kuhschelle ist sehr lichtliebend und stellt relativ hohe Temperaturansprüche.
In der Homöopathie
Die Kuhschelle enthält das Gift Protoanemonin, was bei Berührung mit der Pflanze äußerliche Hautreizungen wie Schwellungen, Blasen und Entzündungen verursachen kann. Wie viele andere Hahnenfussgewächse verliert die Kuhschelle aber ihre Giftigkeit durch das Trocknen der Pflanzenteile. Kuhschellen fanden bereits in der Antike Anwendung: Hippokrates setzte sie zum Beispiel gegen hysterische Angstzustände ein. Heute spielen sie eine wichtige Rolle in der Homöopathie. Ihr Einsatzbereich reicht von Migräne, Magenschmerzen und Menstruati onsbeschwerden bis hin zu Störungen der Harnorgane und Erkältungen.
Wie eine Kuhglocke
Früher nannte man sie auch Wolfspfoten, Bockskraut, Güggelblume, Hackerkraut und Schlotteblume. Die Herkunft ihres heutigen Namens ist fraglich, man sagt aber, dass die Form der Blüte an eine Kuhglocke erinnerte, was ihr den Namen „Kuhschelle” einbrachte.
[Antonia Unger]




