Magazin
Helleborus – frühblühende Schneerose
Zum Teil noch im Schnee zeigt sie ihre auffallenden und recht großen weißen Blüten – die Christrose (Helleborus niger) ist die bekannteste Art der Helleborus-Gattung. Sie ist ursprünglich eine Alpenpflanze aus den östlichen Kalkalpen und von der Balkanhalbinsel, wo sie als Frühblüher ab Anfang April mit der Schneeschmelze blüht. Deshalb wird sie auch Schneerose genannt. Trotz ihres Namens blüht sie in hiesigen Gefilden je nach Witterung in der Regel erst ab Anfang Februar. Jedoch wurden mittlerweile einige Sorten gezüchtet, wie Helleborus niger Praecox, die zur Advents- und Weihnachtszeit blühen.
Verrückte Nieswurz
Die Helleborus-Gattung heißt zu deutsch Nieswurz, denn das geriebene Pulver der Wurzeln löst einen Niesreiz aus und wurde daher auch als Bestandteil von Schnupftabak oder Niespulver verwendet. Die Bedeutung ihres lateinischen Namens „verrückt” leitet sich von ihrer Verwendung im Altertum als Mittel gegen Geisteskrankheiten ab. Die verschiedenen Arten dieser Gattung kommen in Europa, Klein- und Zentralasien vor. Wild verbreitet sind zum Beispiel die Korsische Nieswurz mit becherförmigen grünen Blüten und die Stinkende Nieswurz mit kleinen grünlichen Blüten.
Kelch- und Kronblätter
Helleborus-Sorten sind Schatten- und Halbschattenstauden, die sich besonders am Gehölzrand wohlfühlen. Im Sommer sollten sie etwas verschattet stehen, während sie im Winter mehr Licht und Feuchtigkeit benötigen. Sie lieben einen kräftigen, humusreichen und leicht durchlässigen Boden. Wichtig ist vor allem die Kalkhaltigkeit des Untergrundes, Helleborus dürfen nicht in die Nähe von Nadelgehölzen gepflanzt werden. Bei den „Blütenblättern” dieser auch als lang haltbare Schnittblume zu verwendenden Staude handelt es sich in Wirklichkeit um die Kelchblätter, sie fallen daher auch nicht ab. Die eigentlichen Kronblätter sind ihre tütenförmigen Nektarblätter.
Die Pflanze ist in allen ihren Teilen stark giftig, besonders aber im Wurzelstock. Ihr Saft kann zu Hautreizungen führen, daher sollte man beim Schneiden der Blüten stets Handschuhe tragen. Sie steht in freier Wildbahn unter Naturschutz.
[Stefanie Klamm]




